D`WEIBSBILDER im Wandel - Mitspielerinnen und Mitspieler gesucht

Ein Gespräch mit der Regisseurin Ute Dittmar über die zukünftige Planung.

Seit 2009 bereichert die inzwischen regional bekannte Frauentheatergruppe aus Isny das Kulturleben im Allgäu, und es ist seither jedes Jahr im Herbst ein neues Stück erschienen. Der Schwerpunkt lag bisher auf modernen Frauentheaterstücken. Nun soll sich das Konzept ändern.

Was wollen Sie anders gestalten und warum?

Die Auswahl an reinen Frauentheaterstücken ist sehr begrenzt. Das macht es schwierig, für jedes Jahr ein passendes Stück zu finden. Und immer wieder wollten auch Männer mal „als Gast“ mitspielen. Beides Gründe für mich, unser Theaterprojekt weiter zu entwickeln und auch für männliche Mitspieler zu öffnen und die „Weibsbilder“ in eine gemischte Gruppe zu verwandeln.

Und der Name bleibt?

Zunächst wird der Name im „Untertitel“ vorerst weitergeführt, damit man uns wiedererkennt, und sieht, uns gibt es immer noch, nur eben anders.

Als reine Frauentheatergruppe hatten sie ein „Alleinstellungsmerkmal“.

Was unterscheidet sie jetzt noch von anderen Theatergruppen der Region?

Der Ansatz. Wir inszenieren nicht nur das einzelne Stück. In jeder Probe werden auch schauspielerische Grundlagen vermittelt: Wir arbeiten am Auftreten, an der Präsenz der einzelnen Mitspieler, es gibt Einheiten zur Sprache sowie Stimm- u. Resonanzübungen. Mit dazu gehört das Selbstbewusstsein und die Wahrnehmung zu stärken, die Wandelbarkeit und das Improvisationstalent. Es liegt mir am Herzen, dass die Mitspieler ein starkes Team werden, das sich auf der Bühne absolut aufeinander verlassen kann.

Das sind ja hohe Ansprüche?

Ja. Ich will, dass jeder Mitspieler etwas „mitnimmt“ und seine Persönlichkeit weiter entwickeln kann. Mit Sicherheit hat jede/r am Ende einer Produktion und nach ca. 7 - 8 Vorstellungen ein anderes Selbstbewusstsein als zuvor und wird als Mensch um einiges sicherer, beispielsweise um frei vor Gruppen zu sprechen. Dabei entdecken viele teils völlig neue Seiten an sich selbst. Schauspiel ist ganzheitlich.

Woran liegt das?

Nun, ich ziehe mal den Vergleich zu anderen Künsten: Diese bedienen sich meist irgend eines Materials oder im weitesten Sinn eines Hilfsmittels (der Musiker spielt auf seinem Instrument, der Maler hat Farben, Leinwand und Pinsel usw). Als Schauspieler bin ich selber das Instrument. Ich arbeite immer an mir selbst, mit all meinen Sinnen.
Um es mit anderen Hobbies zu vergleichen: Eine Rolle bzw. Schauspiel überhaupt zu lernen ist wie Unterreicht auf einem Instrument oder in der Malerei zu nehmen.

Dann wünsche ich Ihnen, dass ihr Schauspielangebot auf breites Interesse stoßen wird.

Wann geht es denn los?
Wir starten mit einem Schnupperworkshop am 20./21. Februar an der Eventbühne Kimratshofen. Unverbindlich bieten wir die Gelegenheit Theaterluft zu schnuppern, die Gruppe kennen zu lernen und sich auf der Bühne auszuprobieren. Da gibt’s auch schon einen ersten Eindruck vom neuen Stück, das im Herbst Premiere hat. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Herzlichen Dank für das Gespräch und Ihr Interesse.