10 Jahre DWEIBSBILDER & Co – ein Resüme

Im Gespräch mit der Regisseurin Ute Dittmar

Als Sie die Theatergruppe gründeten, dachten Sie da, dass „D´Weibsbilder“ so viele Jahre bestehen würden?
Dittmar : Warum nicht?

Nun, die Gruppe ist etwas ungewöhnlich – als Amateurtheatergruppe. Die herkömmlichen Theatergruppen der Region sind in der Regel „Bauertheatergruppen“, die Komödien auf die Bühne bringen.
Dittmar: Ja, das stimmt. Vielleicht haben wir deshalb keinen so ganz einfachen Stand. Wir spielen natürlich auch hin u. wieder Komödien, aber nicht nur. Wir sehen den Reiz darin, uns vielseitig auszuprobieren. Deshalb wenden wir uns immer wieder modernen Stücken zu und wagen uns auch an Klassiker, Krimis oder Dramen.

Wie wird das vom Publikum angenommen?
Ich denke, dass wir uns inzwischen ein Stammpublikum „erspielt“ haben, das sich jedes Jahr gerne von uns überraschen lässt. Und da wir das Ziel haben, mit jedem Stück auch gute Unterhaltung zu bieten, gewinnen wir langsam aber stetig  an Publikum dazu.

Langsam?
Dittmar: Sie haben schon recht -  die Menschen haben teilweise andere Erwartungen. Wir erfüllen nicht die „Lachgarantie“, so wie die meisten Gruppen auf dem Land. Es kann schon auch mal etwas Nachdenkliches sein oder zwischendurch mal traurig werden –  wie im Leben auch. Da wurde ich schon gefragt, warum wir den Ausgang des Stückes nicht geändert hätten…. Trotzdem achten wir immer darauf, dass es gute Unterhaltung  bleibt.

Dann hoffen wir mal, dass D`Weibsbilder hier Wurzeln schlagen.
Das wäre wirklich toll -  leider sind wir nicht so stark verwurzelt wie einige regionale Gruppen, die seit Generationen bestehen – wo der Opa mit dem Enkel auf der Bühne steht…, und deren Publikum sie auch schon seit Generationen begleitet.

Sie haben doch trotzdem ein treues Publikum…
Dittmar:  Ja, zum Glück – es ist regelrecht ein kleiner „Fankreis“. Das schätzen wir sehr, und dafür sind wir auch sehr dankbar. Schließlich spielen wir für die Menschen, die hier leben.

Spielt man Theater nicht auch für sich selbst?
Dittmar: Jeder Musiker im Orchester spielt auch für sich selbst, weil es sein Hobby ist und er dadurch Erfüllung findet. Im Schauspiel ist es natürlich das Gleiche- nur ist der Darsteller selbst sein Instrument. In unseren Proben werden auch schauspielerische Grundlagen vermittelt: Wir arbeiten am Auftreten, an der Präsenz der einzelnen Mitspieler, es gibt Einheiten zur Sprache sowie Stimm- u. Resonanzübungen. Mit dazu gehört,  das Selbstbewusstsein und die Wahrnehmung zu stärken, die Wandelbarkeit und das Improvisationstalent. Es liegt mir am Herzen, dass die Mitspieler ein starkes Team werden, das sich auf der Bühne absolut aufeinander verlassen kann.


Ein hoher Anspruch…
Ja, aber ich finde, das gehört bei meinem Beruf als Theaterpädagogin und Regisseurin dazu – das ist meine Aufgabe. Schließlich habe ich selbst eine Schauspielausbildung und weiß, wie wichtig die Grundlagen für die Bühne sind. Und ich kenne den Genuss und das  Erfolgserlebnis, wenn man es gemeinsam geschafft hat.

Das hört sich ja verlockend an – da bekomme ich fast Lust, selbst mitzuspielen
Dittmar (lacht): Jederzeit, sehr gern. Wir freuen uns immer über neue Mitspieler, sie sind herzlich willkommen.